Für Systemintegratoren, Schaltschrankbauer und technisch geführte Einkaufsteams geht es bei der Auswahl einer Stromversorgung für automatisierte Testsysteme selten nur um die Wattzahl. Entscheidend sind Kommunikationsschnittstellen (Ethernet, GPIB), Rack-Integration, thermisches Management, EMV auf Systemebene und die Frage, ob die ATE-Stromversorgung ohne Unterbrechung der Produktionsabläufe gesteuert und überwacht werden kann.
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie programmierbare DC-Stromversorgungen für ATE-Anwendungen bewerten – mit Fokus auf Bauformen, Schnittstellen, Leistungsdichte und Integration in Ihre Testautomatisierungsumgebung.
1. Was ist eine ATE-Stromversorgung? Definition der Rolle
Eine ATE-Stromversorgung ist mehr als eine einfache DC-Quelle. Es ist eine programmierbare, fernsteuerbare Stromversorgung, die für die Integration in automatisierte Testabläufe ausgelegt ist. Im Gegensatz zu Tischgeräten für die manuelle Fehlersuche zeichnen sich ATE-Stromversorgungen aus durch:
- Fernsteuerschnittstellen (Ethernet, GPIB, RS-232, Modbus)
- Programmierbare Spannungs- und Stromsequenzen
- Rücklesefähigkeit für gemessene Spannung und Strom
- Schutzfunktionen, die softwaregestützt überwacht werden können
- Bauformen für die Rack-Integration (1U bis 6U)
In einem typischen ATE-Rack ist die Stromversorgung eines von vielen Instrumenten, die von einer Testsoftware (LabVIEW, Python, C# etc.) gesteuert werden. Die Fähigkeit, Ausgangspegel einzustellen, Sequenzen zu fahren und Messwerte ohne manuellen Eingriff zu protokollieren, ist das Kennzeichen einer echten programmierbaren DC-Stromversorgung für automatisierte Umgebungen.

Für einen detaillierten Überblick über bestimmte programmierbare Stromversorgungsfamilien siehe unseren Leitfaden zu den besten programmierbaren Netzteilen.
2. Bauformen: Tischgerät, 19-Zoll-Einbau und modular
Die physische Bauform einer programmierbaren DC-Stromversorgung beeinflusst direkt die Integration in Ihre Testumgebung.
2.1 Tisch-DC-Stromversorgung für Labor und Entwicklung
Eine Tisch-DC-Stromversorgung ist ideal für Forschung & Entwicklung, Prototypenvalidierung und manuelle Teststationen mit geringem Volumen. Diese Geräte verfügen typischerweise über ein eingebautes Display, Drehknöpfe für manuelle Einstellungen und rückseitige Fernsteuerschnittstellen. Sie beanspruchen zwar wertvolle Laborfläche, bieten aber Flexibilität für Entwickler, die während der Fehlersuche direkt mit dem Gerät interagieren müssen.
TPS bietet Tischgeräte-Serien wie die EA-PSI 9000 DT Serie und EA-PS 3200-02 C. Für eine breite Auswahl siehe unsere Kategorie Tischgeräte.
2.2 19-Zoll-Einbaunetzteil für Produktionslinien
Für die Hochvolumen-Produktionsprüfung und Systemintegration ist das 19-Zoll-Einbaunetzteil der Standard. Diese Geräte sind für den Einbau in 19-Zoll-Racks konzipiert, oft mit Bauhöhen von 1U, 2U, 3U, 4U oder 6U. Hauptvorteile:
- Platzeffizienz: Mehrere Netzteile können vertikal gestapelt werden
- Konsistente Kühlung: Rack-weiter Luftstrom kann systematisch verwaltet werden
- Zentrale Steuerung: Alle Netzteile teilen sich gemeinsame Kommunikationsbusse
- Produktionsskalierbarkeit: Das Hinzufügen von Kanälen ist so einfach wie das Einsetzen eines weiteren Geräts
Die TPS-Einbaureihen sind nach Bauhöhe gegliedert: 1U programmierbare DC-Stromversorgung, 2U, 3U, 4U und 6U.
2.3 Hohe Leistungsdichte für platzsparende Racks
Wenn der Rackplatz knapp ist – was in automatisierten Testsystemen mit vielen Instrumenten häufig vorkommt – wird eine Stromversorgung mit hoher Leistungsdichte entscheidend. Diese Geräte liefern mehr Watt pro Höheneinheit (z. B. 1 kW in 1U). TPS bietet hochdichte Lösungen; die 60 kW programmierbare DC-Stromversorgung zeigt skalierbare Hochleistungsfähigkeit.
Für kompakte Aufbauten siehe unseren Leitfaden für 1U programmierbare DC-Stromversorgung und Leitfaden für 2U programmierbare DC-Stromversorgung.

3. Kommunikationsschnittstellen: Ethernet, GPIB und Systemintegration
Die Wahl der Kommunikationsschnittstelle bestimmt, wie einfach sich Ihre Systemintegrations-Stromversorgung in Ihre Testautomatisierung einfügt.
3.1 DC-Stromversorgung mit Ethernet für moderne Automatisierung
Eine dc power supply with ethernet ist die bevorzugte Wahl für moderne ATE-Umgebungen. Ethernet (TCP/IP) bietet:
- Lange Kabelstrecken (bis 100 Meter)
- Netzwerk-Switch-Konnektivität (mehrere Instrumente in einem Netzwerk)
- Standardprotokolle (SCPI über TCP/IP, Modbus TCP, VXI-11)
- Fernüberwachung über Weboberfläche (bei einigen Modellen)
Die meisten TPS-Programmierbaren Netzteile bieten Ethernet als Standard oder Option und ermöglichen so eine nahtlose Integration mit Testsoftware, MES-Systemen und Fernüberwachungsdashboards.
3.2 GPIB-programmierbare Stromversorgung für Altsysteme
Während Ethernet in neuen Installationen dominiert, sind viele bestehende ATE-Racks noch auf GPIB angewiesen. Eine GPIB-programmierbare Stromversorgung ist für die Abwärtskompatibilität mit älteren Testsystemen unerlässlich. GPIB (IEEE-488) bietet deterministisches Timing und wird in Testautomatisierungssoftware wie LabVIEW noch breit unterstützt. TPS-Netzteile sind für diese Umgebungen mit GPIB-Optionen erhältlich.
3.3 Modbus, RS-232 und weitere Integrationsoptionen
Neben Ethernet und GPIB erfordert industrielle ATE oft Modbus (RTU oder TCP) für die Integration mit PLC-basierten Systemen. RS-232 bleibt für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in einfacheren Testaufbauten nützlich. Bei der Auswahl einer Produktionslinien-Stromversorgung prüfen Sie, ob die Schnittstelle zu Ihrer Testcontroller-Architektur passt.
Für eine vertiefte Betrachtung siehe die EA-PSI 9000 DT Serie, die Mehrschnittstellenfähigkeit demonstriert.

4. Wichtige Spezifikationen: Leistungsdichte, Programmiergenauigkeit und Schutzfunktionen
Bei der Bewertung einer programmierbaren DC-Stromversorgung für ATE sind neben Spannungs- und Strombereichen zu beachten:
- Programmiergenauigkeit: Typischerweise ±0,1 % bis ±0,5 % für Spannung und Strom. Für Präzisionsanwendungen (Sensortests, Low-Power-ICs) ist eine höhere Genauigkeit essenziell.
- Programmierauflösung: Der kleinste steuerbare Schritt. 16-Bit-Auflösung ist üblich, einige Anwendungen erfordern 20-Bit oder mehr.
- Rücklesegenauigkeit: Die Genauigkeit der gemessenen Spannungs- und Stromwerte – entscheidend für die Testvalidierung.
- Anstiegsgeschwindigkeit und Einschwingverhalten: Wie schnell der Ausgang auf Befehl reagiert und wie er auf Lastsprünge reagiert. Wichtig für Geräte mit schneller Einschaltcharakteristik oder dynamischen Lasten.
- Schutzfunktionen: Überspannungs- (OVP), Überstrom- (OCP), Übertemperaturschutz (OTP) mit programmierbaren Auslösepegeln. Die Möglichkeit, den Schutzstatus über den Bus auszulesen, ist für die ATE-Fehlerbehandlung unerlässlich.
- Leistungsdichte: Watt pro Höheneinheit. Höhere Dichte spart Rackplatz, kann aber strengere Kühlungsanforderungen stellen.
Für mittlere Leistungsanforderungen in der Produktion bietet die 2U programmierbare DC-Stromversorgung eine gute Balance zwischen Leistung und Platz.

5. Integrationstipps: Verkabelung, Thermik und EMV
Eine erfolgreiche ATE-Integration geht über die Auswahl des richtigen Stromversorgungsmodells hinaus. Beachten Sie diese praktischen Aspekte:
- Verkabelung: Verwenden Sie ausreichend dimensionierte Kabel für den erwarteten Strom. Bei hohen Strömen (über 10 A) verwenden Sie kurze, verdrillte Kabel zur Reduzierung von EMV-Störungen. Ziehen Sie Fernfühler in Betracht, um Spannungsabfälle in der Prüfadapter-Verdrahtung zu kompensieren.
- Kühlung: Einbaunetzteile sind oft auf Zwangskonvektion angewiesen. Stellen Sie ausreichend Freiraum für Luftein- und -austritt sicher. Berechnen Sie in dichten Racks die gesamte Verlustleistung und planen Sie die Kühlung entsprechend.
- EMV: Programmierbare Netzteile können sowohl stören als auch gestört werden. Verwenden Sie geschirmte Kabel für Steuerleitungen, führen Sie Leistungs- und Signalkabel getrennt und stellen Sie eine ordnungsgemäße Erdung von Rack und allen Instrumenten sicher.
- Testsequenzierung auf Systemebene: In ATE sollte die Stromversorgung vor Beginn der Messungen stabil sein. Implementieren Sie Einlaufverzögerungen oder Trigger-Synchronisation nach Bedarf.
Für integrationsförderndes Zubehör durchstöbern Sie unsere Accessoires für programmierbare Stromversorgungen, einschließlich Rack-Einbausätze, Fernfühlungs-Kabel und Kommunikationsadapter.

6. Übersicht der programmierbaren TPS-Stromversorgungsserien
TPS Elektronik bietet ein umfassendes Portfolio programmierbarer DC-Stromversorgungen für ATE, F&E und Produktion.
6.1 Tischgeräte – programmierbare DC-Stromversorgungen
Für Tischanwendungen vereint die Tischgeräte-Serie intuitive Frontplattenbedienung mit Fernsteuerschnittstellen. Diese Geräte sind ideal für Entwicklungslabore und manuelle Teststationen mit geringem Volumen, wo Entwickler sowohl manuelle als auch automatisierte Steuerung benötigen.
6.2 1U-, 2U-, 3U-, 4U- und 6U-19-Zoll-Serien
Für Systemintegration und Produktionslinien bietet TPS programmierbare Einbaunetzteile in Höhen von 1U bis 6U:
- 1U: 1U Serie – platzsparend, ideal für dichte ATE-Racks
- 2U: 2U Serie – Balance zwischen Leistung und Platz für mittlere Leistungsanwendungen
- 3U: 3U Serie – höhere Leistung im kompakten Format
- 4U: 4U Serie – leistungsstarke, funktionsreiche Geräte
- 6U: 6U Serie – ultra-hochleistungsfähige Systeme
6.3 Zubehör für die Systemintegration
Um Ihre ATE-Integration zu vervollständigen, erkunden Sie Accessoires für programmierbare Stromversorgungen wie Rack-Einbausätze, Fernsteuerungsadapter und Kabelbaugruppen.


