Für Systemintegratoren, Schaltschrankbauer, Einkaufsteams und Elektroingenieure wird ein Labornetzgerät dann relevant, wenn es mehrere Anforderungen gleichzeitig abdeckt:
- Design-Validierung
- (teil-)automatisierte Prüfabläufe
- definiertes Verhalten im Fehlerfall
Die Serie EA-PSI 9000 DT ist auf solche Einsatzszenarien ausgelegt. Sie kombiniert:
- Auto-Ranging (leistungsgeregelte Ausgangsstufe)
- geringe Restwelligkeit
- einstellbare Schutzfunktionen
- USB- und Ethernet-Schnittstellen
- galvanisch getrennte Analogschnittstelle
- integrierten Funktionsgenerator
Die Bedienung erfolgt über ein Touch-Panel mit zusätzlicher Drehgebersteuerung für den täglichen Einsatz.

Warum EA-PSI 9000 DT für industrielle Tests
Die Serie deckt einen Leistungsbereich von 320 W bis 1500 W ab, mit Ausgangsspannungen bis 750 V.
Sie eignet sich insbesondere für Umgebungen, in denen:
- Entwicklung Flexibilität benötigt
- Produktion reproduzierbare Abläufe erfordert
Wichtige Merkmale
- Breiter Spannungs- und Strombereich
- Digitale und analoge Schnittstellen
- Konfigurierbare Schutz- und Überwachungsfunktionen
- Fernfühlung (Remote Sense)
- Entladeschaltung bei höheren Spannungen
Hinweis zur Netzinfrastruktur
Die Geräte unterstützen einen Weitbereichseingang von 90–264 Vac mit aktiver PFC.
Bei 1,5 kW-Modellen kann die Ausgangsleistung bei Eingangsspannungen unter 150 Vac reduziert sein.
Dies sollte bei internationalen Standorten im RFQ berücksichtigt werden.

Modellwahl: Spannung, Strom und Leistung auswählen
Die Auswahl erfolgt typischerweise anhand von Spannung, Strom und Leistungsbedarf.
Typische Auswahlpfade
- 40 V-Klasse → niedrige Spannungen, höherer Strom
- 80 V-Klasse → Steuer- und Automatisierungssysteme
- ≥200 V-Klasse → Validierung von Leistungselektronik
Bei Modellen ab 200 V sollte zusätzlich berücksichtigt werden:
- Entladeschaltung
- Sicherheitsprozesse (SOP/EHS)
- Prüfaufbau und Isolation
Verfügbarkeit, Preise und Projektmengen werden über den TPS-Shop (RFQ) abgestimmt.

Auto-Ranging Ausgangsstufe (Konstantleistungsverhalten)
Auto-Ranging beschreibt eine leistungsgeregelte Ausgangsstufe anstelle einer festen V/I-Kennlinie.
Das bedeutet:
- höhere Spannung bei reduziertem Strom
- höherer Strom bei reduzierter Spannung
- Begrenzung durch die maximale Ausgangsleistung
Praktische Auswirkungen
- Reduzierung unterschiedlicher Gerätevarianten kann möglich sein
- Weniger Anpassungen zwischen Testfällen
- Vereinfachte Skalierung von Prüfplätzen
Geringe Restwelligkeit und Messdisziplin
Bei empfindlichen DUTs (z. B. Sensorik, Analog-Frontends, RF) kann Restwelligkeit Messergebnisse beeinflussen.
Die EA-PSI 9000 DT-Serie nutzt unter anderem zusätzliche Ausgangsfilter zur Reduktion der Restwelligkeit.
Empfehlung für reproduzierbare Messungen
- Einheitliche Messbandbreite verwenden
- Konsistente Masseführung sicherstellen
- Aufbau und Verkabelung standardisieren

Sicherheit und Fehlverhalten
Entladeschaltung (ab ≥200 V)
Bei Geräten mit Nennspannungen ab 200 V unterstützt die Entladeschaltung das Absenken der Ausgangsspannung nach dem Abschalten.
Unter geeigneten Bedingungen kann die Spannung dabei auf unter 60 V DC reduziert werden.
Dies kann beitragen zu:
- sichererem Handling
- kürzeren Wartezeiten zwischen Prüfzyklen
Schutzfunktionen (OVP, OCP, OPP, OT)
Die Geräte bieten einstellbare:
- OVP – Überspannungsschutz
- OCP – Überstromschutz
- OPP – Überleistungsschutz
- OT – Übertemperaturschutz
Bei Grenzwertverletzungen wird der Ausgang abgeschaltet und der Status signalisiert.
Dies unterstützt ein definiertes Verhalten im Fehlerfall.
Fernfühlung (Remote Sense)
Fernfühlung ermöglicht die Regelung direkt am Verbraucher und kompensiert Spannungsabfälle über Leitungen.
Vorteile
- höhere Genauigkeit am DUT
- bessere Vergleichbarkeit zwischen Prüfplätzen
- konsistente Ergebnisse bei Skalierung
Schnittstellen und Automatisierung
Die Serie unterstützt sowohl digitale als auch analoge Integration.
Digitale Schnittstellen
- USB
- Ethernet (z. B. SCPI-basierte Steuerung)
Analoge Schnittstelle (galvanisch getrennt)
- Umschaltbare 0–5 V / 0–10 V Bereiche
- Steuerung von Spannung, Strom, Leistung und Widerstand
- Monitor-Ausgänge für Messwerte und Status
Typischer Workflow
- Engineering definiert Grenzwerte und Testlogik
- Einkauf standardisiert Gerätevarianten
- Produktion nutzt definierte Sequenzen
Funktionsgenerator und Sequenzen
Der integrierte Funktionsgenerator ermöglicht das Erzeugen typischer Signalverläufe für:
- Ausgangsspannung
- Ausgangsstrom
Funktionen
- Vordefinierte Kurvenformen (z. B. Rampen)
- Arbiträre Sequenzen mit bis zu 99 Schritten
- Speicherung und Laden über USB
Dies kann in vielen Fällen den Einsatz externer Geräte reduzieren.

RFQ-Checkliste für den Einkauf
Vor der Anfrage sollten folgende Punkte geklärt werden:
- Leistungsbereich (U/I/P) heute und perspektivisch
- Netzbedingungen (insbesondere bei niedriger Eingangsspannung)
- Sicherheitsanforderungen (bei ≥200 V)
- Integrationskonzept (digital vs. analog)
- Service und Dokumentation (z. B. Kalibrierung, Wartung)
Wann andere Netzteiltypen sinnvoll sind
Programmierbare Tischnetzgeräte eignen sich für:
- Verifikation
- Charakterisierung
- Serienprüfstände
Für Dauerbetrieb in Anlagen sind oft andere Bauformen geeigneter:
DIN-Schiene
- Schaltschrankanwendungen
- Dauerbetrieb in Industrieumgebungen
IPC / ATX
- Embedded-Systeme
- Industrie-PCs
FAQ
Eignet sich EA-PSI 9000 DT für Serienprüfstände?
Die Geräte können in Prüfständen eingesetzt werden, in denen reproduzierbare Abläufe und definierte Grenzwerte erforderlich sind.
Was bedeutet Auto-Ranging in der Praxis?
Es erweitert den nutzbaren Spannungs-/Strombereich innerhalb der verfügbaren Gesamtleistung.
Sind USB und Ethernet enthalten?
Ja, zusätzlich steht eine galvanisch getrennte Analogschnittstelle zur Verfügung.
Wann ist die Entladeschaltung relevant?
Bei Geräten ab 200 V Nennspannung.
Können Prüfprofile ohne externe Geräte erstellt werden?
In vielen Fällen ist dies durch den integrierten Funktionsgenerator und Sequenzen möglich.


