In industriellen B2B-Projekten stehen weniger einzelne Leistungswerte im Fokus als vielmehr Reproduzierbarkeit, Dokumentation und konsistente Testabläufe zwischen Labor und Produktion.
Das EA-PS 3200-02 C ist ein kompaktes, programmierbares DC-Tischnetzgerät für industrielle Testumgebungen. Es kombiniert einen Weitbereichseingang (90–264 Vac mit aktiver PFC), eine Auto-Ranging-Ausgangsstufe, integrierte Schutzfunktionen sowie Schnittstellen für automatisierte Tests.
Überblick: technische Eckdaten
Das Gerät gehört zur EA-PS 3000 C Serie und ist für Anwendungen mit hoher Spannung und niedrigem Strom ausgelegt:
- Ausgang: 0–200 V, 0–2 A (0–160 W, Auto-Ranging)
- Eingang: 90–264 Vac, 45–66 Hz, aktive PFC
- Ripple: 70 mVpp / 13 mVrms
- Abmessungen: 308 × 103 × 323 mm
- Gewicht: ca. 4 kg
Zentrale Funktionen
- Auto-Ranging-Ausgang für flexible Einsatzbereiche
- Fernfühlung (Remote Sense) zur Spannungsregelung am Prüfling
- Schutzfunktionen: OVP, OCP, OPP, OTP
- Automatisierung über SCPI und Modbus RTU
- Optionale Schnittstellen: USB, LAN, Analog
- Entladeschaltung: Ausgang < 60 V in ≤ 10 s


Auto-Ranging: flexibler Einsatz innerhalb der Leistungsgrenze
Im Gegensatz zu Fixed-Range-Netzteilen arbeitet das Gerät mit einer Konstantleistungs-Kennlinie.
Das bedeutet:
- Höhere Spannung bei geringerem Strom oder
- Höherer Strom bei niedrigerer Spannung
…jeweils innerhalb der maximalen Ausgangsleistung.
In der Praxis kann ein einzelnes Gerät mehrere Testfälle abdecken, z. B.:
- Hochspannungs-Bias-Tests
- Funktionstests bei niedrigeren Spannungen
Dies kann die Anzahl benötigter Gerätevarianten reduzieren und Testaufbauten vereinfachen.
Hinweis: Die maximale Ausgangsleistung ist einstellbar und kann in frühen Testphasen zur Begrenzung der Belastung verwendet werden.

Genauigkeit, Regelverhalten und Ripple
Für reproduzierbare Testergebnisse sind stabile Ausgangswerte entscheidend.
Für die EA-PS 3000 C Serie sind u. a. spezifiziert:
- Spannungsgenauigkeit: < 0,1 % vom Nennwert
- Stromgenauigkeit: < 0,2 % vom Nennwert
- Ausregelzeit: < 2 ms (10–100 % Lastsprung)
Diese Eigenschaften unterstützen Anwendungen wie:
- Analoge Signalpfade
- Kommunikationsmodule
- Hochspannungs-Bias-Netzwerke
Ripple/Noise:
- 70 mVpp / 13 mVrms
Bei Messungen ist auf eine geeignete Messmethodik (Bandbreite, Filterung) zu achten, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.
Der temperaturgeregelte Lüfter unterstützt stabile Betriebsbedingungen bei längeren Testläufen.

Schutzfunktionen und Entladung
Das Gerät bietet konfigurierbare Schutzmechanismen:
- Überspannungsschutz (OVP)
- Überstromschutz (OCP)
- Überleistungsschutz (OPP)
- Übertemperaturschutz (OTP)
Beim Erreichen von Grenzwerten wird der Ausgang in der Regel abgeschaltet und ein Alarm signalisiert.
Entladeverhalten
Für Anwendungen mit höheren Spannungen ist die Entladefunktion relevant:
- Ausgangsspannung < 60 V innerhalb ≤ 10 s
Dies kann:
- Wartezeiten beim Umstecken reduzieren
- Das Handling im Testumfeld vereinfachen

Fernfühlung (Remote Sense)
Die Fernfühlung ermöglicht die Spannungsregelung direkt am Prüfling (DUT).
Dadurch werden Spannungsabfälle kompensiert, die z. B. entstehen durch:
- Leitungen
- Steckverbindungen
- Test-Fixtures
Das Gerät erkennt angeschlossene Sense-Leitungen automatisch und passt die Regelung entsprechend an.
Dies ist besonders relevant bei:
- Längeren Leitungen
- Komplexen Testaufbauten
- Vergleichbaren Messungen über mehrere Stationen
Schnittstellen und Automatisierung
Das EA-PS 3200-02 C ist für den Einsatz in automatisierten Testsystemen ausgelegt.
Unterstützte Protokolle
- SCPI
- Modbus RTU
Optionale Schnittstellen
- USB
- USB + Ethernet (RJ45)
- USB + Analog (galvanisch getrennt, 0–5 V / 0–10 V)
Softwareintegration
- EA Power Control (Windows)
- CSV-basierte Testsequenzen
- Multi-Control (optional, lizenzpflichtig, bis zu 20 Geräte)
- LabVIEW VI-Unterstützung
Diese Optionen ermöglichen die Integration in:
- Automatisierte Prüfstände
- Produktionsumgebungen
- Engineering-Validierung
Typische Einsatzbereiche
Das Gerät kann unter anderem eingesetzt werden für:
- Industrie- und Automatisierungstests
- Validierung von Kommunikationssystemen
- Hochspannungs-Bias-Anwendungen
- Verifikations- und Charakterisierungstests
- Produktions- und End-of-Line-Tests
RFQ-Checkliste für den Einkauf
Zur Vorbereitung einer Anfrage empfiehlt sich die Klärung folgender Punkte:
- Projektmenge und Skalierung (Prototyp → Serie)
- Schnittstellenbedarf (USB, LAN, Analog)
- Automatisierungsanforderungen (SCPI, Modbus RTU, Softwareumgebung)
- Einsatz von Fernfühlung und Kabellängen
- Anforderungen an Kalibrierung und Dokumentation
- Lieferumfang (inkl. oder exkl. Schnittstellenkarten)
Alternativen: DIN-Schiene oder IPC-Netzteile
Ein programmierbares Tischnetzgerät wird typischerweise für Test und Entwicklung eingesetzt.
Für den Dauerbetrieb in Anlagen können andere Bauformen geeigneter sein:
- DIN-Schienen-Netzteile:
TPS010 GP Serie,
TPS030 PRO Serie,
TPS100 Peak DR-Plus -
IPC / ATX-Netzteile
FAQ
-
Ist das Gerät für automatisierte Tests geeignet?
Ja, durch SCPI, Modbus RTU und optionale Schnittstellen kann es in automatisierte Systeme integriert werden.Warum ist Auto-Ranging relevant?
Es ermöglicht eine flexible Nutzung innerhalb einer Konstantleistungsgrenze und kann mehrere Testfälle mit einem Gerät abdecken.Wann ist Fernfühlung sinnvoll?
Bei Leitungsverlusten oder wenn eine hohe Vergleichbarkeit zwischen Teststationen erforderlich ist.Was sollte vor der Bestellung geklärt werden?
Schnittstellenoptionen, Kalibrieranforderungen und Lieferumfang.Welche Rolle spielt die Entladeschaltung?
Sie reduziert die Ausgangsspannung nach dem Abschalten und kann das Handling im Testbetrieb erleichtern.