Umfang: Vertriebs- und Beschaffungs-Enablement, Lieferantenqualifizierung sowie Dokumentations-Readiness
Kurzüberblick
Ein mittelständischer OEM (Name anonymisiert aufgrund NDA) plante, eine Industrieelektronik-Plattform international zu skalieren, ohne die Kontrolle über RoHS-Compliance, Dokumentation und Lieferantenqualität zu verlieren.
Das Engineering war gut aufgestellt. Gleichzeitig waren die Übergaben zwischen Entwicklung, Einkauf und Markteintritt nicht durchgängig strukturiert – insbesondere bei parallelen Anforderungen aus den USA (z. B. bundes-, bundesstaatliche und lokale Vorgaben) und der EU.
Ziel
Einen reproduzierbaren und auditierbaren Markteintritt etablieren, sodass neue Varianten effizienter angeboten werden können.
Randbedingung
Verkürzte Zeitpläne bei gleichbleibender QA/QC-Systematik.
Vorgehen
TPS unterstützte als globaler Vertriebspartner für Elektronik durch die Abstimmung von Lieferantenfähigkeit, Compliance-Nachweisen und kommerziellen Prozessen.
Kundenprofil (anonym)
Der Kunde entwickelt industrielle Systeme mit:
- Leistungselektronik
- Steuerungs-PCBs
- Robusten Gehäusen für anspruchsvolle Umgebungen
Die Herausforderung lag weniger in der Teilebeschaffung als in einem konsistenten Go-to-Market-Prozess mit:
- strukturierten RFQ-Paketen
- validierten Lieferanten
- vollständigen Dokumentationssets
- klar definierten Prüfprozessen
Hinweis zur Anonymität
Produkt-Roadmap und Lieferantenstruktur sind wettbewerbssensitiv. Daher werden ausschließlich Workflow und Vorgehen dargestellt.
Was den Launch blockierte
1) RoHS-Nachweise nicht auditfähig
Es lagen zwar Erklärungen vor, jedoch fehlten teilweise nachvollziehbare Nachweise für Kunden-, Distributions- oder Behördenanfragen.
TPS unterstützte bei:
- Strukturierung der Nachweise gemäß EU RoHS (Richtlinie 2011/65/EU)
- Aufbau einer konsistenten Dokumentationslogik
- Verbesserung der Nachvollziehbarkeit entlang der Lieferkette
2) Lücken in der Lieferantenqualifizierung
Materialwechsel (Metalle vs. Nichtmetalle) beeinflussten:
- EMV/EMI-Verhalten
- Korrosionsbeständigkeit
- Fertigbarkeit
- Prüfanforderungen
Zusätzlich bestanden Unterschiede in:
- Prozesskontrollen
- Dichtheitsanforderungen
- Wareneingangsprüfungen
Insbesondere Druck- und Lecktests wurden als relevante Prüfkriterien definiert.

3) Uneinheitliche Einordnung von Security-Anforderungen
Das eingesetzte Embedded-Compute-Modul führte zu wiederkehrenden Kundenfragen zur IT-Sicherheit.
TPS unterstützte bei der Einordnung:
- Common Criteria (ISO/IEC 15408) als international anerkanntes Evaluationsframework
- Konsistente Kommunikation gegenüber Kunden und Einkauf
4) Komplexität bei globaler Expansion
Der Kunde benötigte ein strukturiertes Vorgehen für:
- Regionale Anforderungen
- Kennzeichnung (Labeling)
- Kundenfragebögen
- Dokumentationsqualität
TPS unterstützte bei der Standardisierung von Einkaufs- und Dokumentationsprozessen, um Abstimmungsschleifen zu reduzieren.
TPS-Vertriebsplaybook
Phase 1 — RFQ-Ready Anforderungen & Compliance-Map
Aufbau eines zentralen „Single Source of Truth“ mit:
- Variantenstruktur
- Critical-to-Quality (CTQ)-Merkmalen
- Compliance-Anforderungen (EU und USA)
- RoHS-Nachweisstruktur
Ergebnis: Reduzierte Abstimmungsschleifen zwischen Engineering und Einkauf
Phase 2 — Lieferantenauswahl & Prüfkonzept
Auswahl und Bewertung von Lieferanten für:
- PCBAs
- Kabelkonfektionen
- Mechanische Komponenten
- Gehäuse
Abstimmung von:
- Prüfanforderungen
- Prozesskontrollen
- Qualitätskriterien
Berücksichtigung von:
- NDT-Kompetenz (in Anlehnung an ISO 9712, falls relevant)
- Kriterien für Druck- und Leckprüfungen
Phase 3 — Materialnachweise & QA/QC-Gates
Strukturierung von:
- Materialerklärungen
- Prüfberichten
- Rückverfolgbarkeit (Traceability)
Definition von QA/QC-Gates:
- Wareneingangsprüfung
- Stichprobenpläne
- Re-Test-Trigger
- Eskalationsprozesse

Phase 4 — Sales Enablement
Überführung der technischen Inhalte in eine klare vertriebliche Darstellung:
- Standardisierte Antworten für Kundenanfragen
- Strukturierter Dokumentationsindex
- Einheitliche Darstellung von Compliance- und Security-Themen
Lieferpakete für Einkauf & Engineering
Folgende Ergebnisse wurden zur Wiederverwendung strukturiert:
- RFQ-Paket
BOM, Zeichnungen, CTQ-Liste, Prüfplan, Variantenlogik - Lieferanten-Shortlist
Capability-Matrix, Audit-Ergebnisse, Risiko-Register - Compliance-Struktur
RoHS-Erklärungen mit nachvollziehbaren Nachweisen - QA/QC-Systematik
Prüfpläne, Stichprobenlogik, Eskalationspfade - Sales-Templates
Kundenantworten, Dokumentationsstruktur, Positionierung
Ergebnis & Business-Impact
Durch den strukturierten Ansatz konnten:
- Abstimmungen zwischen Engineering und Einkauf reduziert werden
- RFQ-Prozesse effizienter gestaltet werden
- Compliance-Themen konsistenter adressiert werden
Typische Effekte (ohne identifizierende Details):
- Effizientere Angebotsprozesse
Weniger Rückfragen durch standardisierte RFQ-Daten - Reduzierte Lieferantenrisiken
Klare Kriterien und strukturierte Bewertung - Verbesserte Kundenkommunikation
Konsistente Darstellung von Compliance- und Security-Aspekten
So starten Sie (RFQ-Weg)
Für einen schnellen Einstieg werden folgende Informationen benötigt:
- Zielmärkte
- Produktvarianten
- Bekannte Compliance-Anforderungen (z. B. RoHS, Security, kundenspezifisch)
- Bestehende Lieferantenliste (falls vorhanden)
Auf dieser Basis kann TPS einen strukturierten technischen und kommerziellen Ansatz vorschlagen.
FAQ
Übernimmt TPS Endzertifizierungen?
TPS unterstützt bei der Vorbereitung (Dokumentationsstruktur, Nachweise, Prozesse).
Endzertifizierungen erfolgen – sofern erforderlich – durch akkreditierte Stellen.
Wie wird mit Designänderungen umgegangen?
TPS unterstützt die Prozessstabilität durch:
- Variantenmanagement
- Dokumentationspflege
- Lieferantenabstimmung
- RFQ-Strukturierung
Wie werden NDT- oder Dichtheitsanforderungen berücksichtigt?
Lieferantenkompetenzen werden bewertet und Prüfanforderungen definiert (z. B. Druck-/Lecktests).
Diese werden in QA/QC-Prozesse integriert.
Wie schnell kann gestartet werden?
Nach Bereitstellung der RFQ-Grunddaten beginnt der Prozess typischerweise mit einer Compliance- und Risikoanalyse, gefolgt von Lieferantenbewertung und RFQ-Strukturierung.


