Systemintegratoren, Schaltschrankbauer, Einkaufsteams und Elektroingenieure scheitern in RFQs selten daran, dass sich ein DC/DC-Wandler grundsätzlich nicht beschaffen lässt.
Kritisch wird es eher dann, wenn das ausgewählte DC/DC-Leistungsmodul im realen System zusätzliche Integrationsrisiken erzeugt, zum Beispiel durch:
- einen zu engen Eingangsspannungsbereich
- unklare Schutzfunktionen
- schwierige thermische Auslegung
- eine ungeeignete Bauform
- zu viele Variantenwechsel zwischen 12-V- und 24-V-Schienen
Die TPS030–150W Serie ist für solche Anforderungen ausgelegt. Sie umfasst DC/DC-Module von 30 W bis 150 W, einen 9–75 VDC Eingang, 1500 VDC Isolation, feste Schaltfrequenz, Remote On/Off, Low Ripple & Noise sowie standardisierte 1/4-Brick- und 1/2-Brick-Bauformen.
1. Warum die TPS030–150W Serie in RFQs relevant ist
In fortgeschrittenen Beschaffungsphasen reicht es nicht aus, dass ein Wandler laut Datenblatt 12 V oder 24 V liefern kann.
Entscheidend ist, ob sich das Modul zuverlässig in einen real schwankenden DC-Bus integrieren lässt. Ebenso wichtig sind nachvollziehbares Startverhalten, definierte Schutzfunktionen und eine Variantenlogik, die Einkauf und Engineering ohne unnötige Komplexität nutzen können.
Die TPS030–150W DC/DC-Modulserie bündelt laut Datenblatt 30 W, 75 W und 150 W auf einer gemeinsamen Plattform mit 9–75 VDC Eingang. Damit kann sie für verschiedene DC-Architekturen auf Systemebene eingesetzt werden, darunter 12-V-, 24-V-, 48-V- und telecom-nahe Anwendungen.
Statt für jede Leistungsstufe eine andere Wandlerfamilie zu prüfen, kann das Engineering innerhalb einer dokumentierten Serie zwischen 12-V- und 24-V-Ausgängen skalieren.
Für RFQ-Prozesse kann das helfen, technische Vergleiche klarer zu strukturieren und die BOM-Logik zu vereinfachen.

Wenn die Ausgangsspannung bereits feststeht, können Sie direkt in die Produktseiten der TPS030-PMD12S, TPS030-PMD24S, TPS075-PMD12S, TPS075-PMD24S, TPS150-PMD12S oder TPS150-PMD24S einsteigen.
2. Serienüberblick: 30 W, 75 W und 150 W
Die Serie folgt einer klaren Struktur:
- zwei Ausgangsspannungen: 12 V und 24 V
- drei Leistungsklassen: 30 W, 75 W und 150 W
- standardisierte Bauformen: 1/4-Brick und 1/2-Brick
Die 30-W- und 75-W-Modelle nutzen das kompaktere 1/4-Brick-Format. Die 150-W-Varianten verwenden die größere 1/2-Brick-Bauform.
| Modell | Ausgang | Ausgangsstrom | Wirkungsgrad | Max. kapazitive Last | Bauform / Abmessungen |
|---|---|---|---|---|---|
| TPS030-PMD12S | 12 V | 0–2,5 A | 85 % | 1000 µF | 1/4-Brick, 37,2 × 57,9 × 12,7 mm |
| TPS030-PMD24S | 24 V | 0–1,2 A | 85 % | 500 µF | 1/4-Brick, 37,2 × 57,9 × 12,7 mm |
| TPS075-PMD12S | 12 V | 0–6,2 A | 89 % | 2000 µF | 1/4-Brick, 37,2 × 57,9 × 12,7 mm |
| TPS075-PMD24S | 24 V | 0–3,1 A | 89 % | 1000 µF | 1/4-Brick, 37,2 × 57,9 × 12,7 mm |
| TPS150-PMD12S | 12 V | 0–12,5 A | 88 % | 5000 µF | 1/2-Brick, 61,0 × 57,9 × 12,7 mm |
| TPS150-PMD24S | 24 V | 0–6,2 A | 89 % | 2000 µF | 1/2-Brick, 61,0 × 57,9 × 12,7 mm |
Diese Struktur unterstützt eine Auswahl nach Bus-Architektur, Ausgangsspannung und Leistungsbedarf.

3. Elektrische Performance für stabile Systemauslegung
Der 9–75 VDC Eingang bietet Spielraum für DC-Busse, die im Betrieb nicht vollständig konstant sind. Laut Datenblatt ist eine Eingangsspitze von 100 VDC für maximal 100 ms angegeben.
Die Undervoltage-Lockout-Werte sind wie folgt spezifiziert:
- Einschalten: 9 VDC
- Abschalten: 7,5 VDC
Auf der Ausgangsseite nennt das Datenblatt:
- Spannungsgenauigkeit: ±1,5 % max.
- Transient Response: <500 µs bei 25 % Lastsprung
- externe Trim-Funktion: ±10 %
- Line Regulation: ±0,2 % max.
- Load Regulation: ±0,2 % max.
Für Ripple & Noise sind folgende Werte angegeben:
- 12-V-Varianten: 60 mV RMS / 120 mV pk-pk max.
- 24-V-Varianten: 100 mV RMS / 280 mV pk-pk max.
Die feste Schaltfrequenz von 200 kHz typisch kann Filterauslegung, EMV-Betrachtung und Prüfaufbauten planbarer machen. Als Eingangsfilter ist ein LC Type Filter angegeben. In den Notes wird ein externer Eingangskondensator parallel zu 330 µF mit einem ESR unter 0,7 Ω zur Reduzierung der Eingangsripple-Spannung empfohlen.

4. Isolation und Compliance
Die Serie spezifiziert laut Datenblatt eine Mindestisolation von 1500 VDC zwischen:
- Eingang und Ausgang
- Eingang und Gehäuse
- Ausgang und Gehäuse
Der Isolationswiderstand ist mit 10⁷ Ω min. angegeben.
Auf der Compliance-Seite nennt das Datenblatt:
- CE-Kennzeichnung
- RoHS-Kennzeichnung
- EU-Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU
- RoHS-Richtlinie 2011/65/EU
- UL62368-1
- UL60950-1
- EN60950-1
Diese Angaben sollten in Kundenprojekten immer anhand der aktuellen Produktdokumentation geprüft werden.
5. Schutz- und Steuerfunktionen
Schutzfunktionen sind besonders relevant, wenn sie im Design-Review, in der Freigabe und bei der späteren Fehleranalyse nachvollziehbar sind.
Laut Datenblatt umfasst die Serie:
- Continuous Short-Circuit Protection
- Overvoltage Protection: 115–140 % der Nennausgangsspannung
- Current Limit: 105–200 % des nominalen Ausgangsstroms
- Thermal Shutdown: 100 °C typische Gehäusetemperatur
Die Temperaturbereiche sind angegeben mit:
- Operating Case Temperature: −40 °C bis +100 °C
- Storage Temperature: −55 °C bis +105 °C
Diese Werte ersetzen keine thermische Validierung im Zielsystem. Sie geben jedoch eine technische Basis für die Auslegung in industriellen Umgebungen mit unterschiedlichen Gehäuse-, Schaltschrank- und Kühlbedingungen.
Die Steuerseite umfasst Remote On/Off mit positiver Logik:
- Module ON: >3,5 VDC bis 75 VDC oder Open Circuit
- Module OFF: <1,2 VDC
Zusätzlich steht eine externe Trim-Funktion zur Verfügung. Sie kann relevant sein, wenn die Ausgangsspannung innerhalb des zulässigen Bereichs an Toleranzen, Leitungslängen oder Lastanforderungen angepasst werden soll.

6. Mechanik, Thermik und Bauform
Für die Integration sind nicht nur elektrische Kennzahlen relevant. Auch Bauform, Befestigung und thermische Bedingungen können die Freigabe beeinflussen.
Die Serie nutzt folgende Bauformen:
- 30 W / 75 W: 1/4-Brick
- 150 W: 1/2-Brick
Laut Datenblatt besteht das Gehäuse aus einer Aluminium-Baseplate mit Kunststoffgehäuse. Das Gewicht ist mit 110 g angegeben.
Thermisch sollte die Auslegung über die Gehäusetemperatur erfolgen, nicht nur über die Umgebungstemperatur. Die Derating-Kurve im Datenblatt zeigt, dass insbesondere im unteren Eingangsbereich die verfügbare Ausgangsleistung validiert werden muss.
Für die Kühlung nennt das Datenblatt optionale Kühlkörper:
- optionaler Kühlkörper für 30-W-/75-W-Modelle
- optionaler Kühlkörper für 150-W-Modelle
- Material: Alu-6061
Diese Punkte sollten früh in der RFQ geklärt werden, insbesondere wenn Bauraum, Luftführung oder thermische Reserven begrenzt sind.
7. Einsatz in industriellen Stromversorgungsarchitekturen
Die TPS030–150W Serie ist kein AC-Eingangs-Hutschienen-Netzteil und kein ATX-Ersatzgerät. Sie ist als isolierter DC/DC-Wandlungsbaustein für Systeme vorgesehen, in denen bereits eine DC-Quelle vorhanden ist.
Typische Einsatzbereiche sind:
- 24-V-Steuerschränke mit isolierten 12-V- oder 24-V-Schienen
- Controller-, Gateway- und Kommunikationsbaugruppen
- Telekommunikationssysteme mit breitem DC-Eingangsfenster
- Messtechnik mit geregelten Ausgängen und definiertem Schutzverhalten
- Automatisierungssubsysteme mit zentralem DC-Bus und mehreren Lastklassen
Damit eignet sich die Serie für Architekturen, in denen eine DC-Hauptversorgung näher an der Last in geregelte, isolierte Versorgungsschienen umgesetzt werden muss.

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8. Auswahl der passenden Variante und RFQ-Struktur
Eine belastbare RFQ sollte nicht nur „12 V benötigt“ oder „24 V gesucht“ enthalten. Für eine sinnvolle Auswahl sollten technische und kaufmännische Anforderungen gemeinsam betrachtet werden.
Wichtige Fragen sind:
- Wie verhält sich der reale Eingangsbuss beim Start, bei Einbrüchen und bei Spannungsspitzen?
- Wird 12 V oder 24 V als finale Lastschiene benötigt?
- Ist eine Trim-Funktion erforderlich?
- Wie hoch sind Dauerstrom und Transientenprofil?
- Welche Ausgangskapazität hängt am Modul?
- Welche Gehäusetemperatur ist im Zielsystem zu erwarten?
- Wird Remote On/Off über eine übergeordnete Steuerung benötigt?
- Ist 1/4-Brick zwingend erforderlich oder ist 1/2-Brick zulässig?
- Welche Compliance-Angaben werden in der Kundendokumentation benötigt?
Als Orientierung gilt:
- 30 W: für kleinere Lasten und begrenzten Bauraum
- 75 W: für mittlere Leistung bei 1/4-Brick-Bauform
- 150 W: für höhere Ausgangsströme oder größere thermische Reserven
12 V ist häufig relevant für Controller-Elektronik, Lüfter, IPC-Nodes oder Interface-Baugruppen. 24 V bleibt in vielen Industrieautomations-, I/O- und Feldanwendungen eine verbreitete Spannungsebene.
In vielen RFQs ist es sinnvoll, zwei benachbarte Varianten zu vergleichen, zum Beispiel:
- TPS030-PMD24S vs. TPS075-PMD24S
- TPS075-PMD12S vs. TPS150-PMD12S
So können Einkauf und Engineering Kosten, Thermik, Bauraum und technische Reserven vor der finalen BOM-Freigabe besser bewerten.
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FAQ
Was bringt der 9–75 VDC Eingangsbereich in der Praxis?
Der breite Eingangsbereich erleichtert die Auslegung für unterschiedliche DC-Bus-Fenster. Dadurch kann dieselbe Modulserie in verschiedenen Systemarchitekturen geprüft werden.
Ist die TPS030–150W Serie ein isoliertes DC/DC-Leistungsmodul?
Ja. Laut Datenblatt ist eine Mindestisolation von 1500 VDC zwischen Eingang und Ausgang sowie zwischen Eingang/Gehäuse und Ausgang/Gehäuse spezifiziert.
Wie sollte zwischen 12-V- und 24-V-Varianten gewählt werden?
Die Auswahl sollte anhand der realen Lastschiene erfolgen. 12 V ist häufig für Steuerungs- und Hilfselektronik relevant. 24 V ist in der Industrieautomation für viele Steuer-, I/O- und Feldkomponenten verbreitet.
Was ist der Unterschied zwischen 1/4-Brick und 1/2-Brick?
1/4-Brick ist die kompaktere Bauform für die 30-W- und 75-W-Modelle. 1/2-Brick wird bei den 150-W-Varianten verwendet und bietet mehr Bauraum für höhere Leistungsklassen.
Welche Compliance-Punkte sind relevant?
Laut Datenblatt werden CE, RoHS, die EU-Niederspannungsrichtlinie, die RoHS-Richtlinie sowie UL62368-1, UL60950-1 und EN60950-1 genannt. Für konkrete Projekte sollte die jeweils aktuelle Produktdokumentation geprüft werden.


