FSP350-50SAC: 350-W-Netzteil nach ATX12V v2.4 mit aktiver PFC und ErP-2013-Ausrichtung

4 Min Lesezeit
Geschrieben von
Lily Li
Veröffentlicht am
28. Januar 2026

Wichtigste Erkenntnisse

  • Kompaktes 350-W-Schaltnetzteil für Small-Form-Factor-PCs und industrielle Systeme
  • Ausgelegt nach ATX12V v2.4 mit EPS12V v2.92-Kompatibilität
  • Aktive PFC und dokumentierte 82/85/82-Effizienzzielwerte
  • Standard-ATX-Ausgangsschienen: +3,3 V, +5 V, +12 V, −12 V, +5 VSB
  • Integrierte Schutzfunktionen für Dauerbetriebssysteme
  • 80-mm-Lüfterkühlung und definierter Betriebs- und Lagertemperaturbereich

In Systemen, die für den Dauerbetrieb ausgelegt sind – etwa industrielle Steuerungen, Netzwerk-Appliances oder kompakte Workstations – ist das Netzteil ein funktionaler Bestandteil der Gesamtzuverlässigkeit. Das FSP350-50SAC ist auf stabile Ausgangsspannungen, definierte Schutzmechanismen und eine kalkulierbare Kühlung in realen Gehäusen ausgelegt.

Produktfoto des FSP350-50SAC-Netzteils mit kompaktem ATX-Gehäuse, AC-Netzeinlass, rückseitigem Netzschalter und oberseitigem Lüftergitter für den Luftstrom.

Kompaktes 350-W-ATX-Netzteil für platzkritische Anwendungen

Das FSP350-50SAC wird als kompaktes 350-W-ATX-Netzteil für kleine PCs und Industriesysteme positioniert. Das Metallgehäuse mit Abmessungen von 100 × 125 × 63,5 mm, eine C14-Kaltgerätebuchse sowie ein integrierter 80-mm-Lüfter unterstützen den Einsatz in Gehäusen mit festen Luftstrompfaden und begrenztem Bauraum.

Für regulierte Anwendungen verweist die Produktdokumentation auf gängige Konformitätserwartungen wie RoHS, CE, UL, WEEE und UKCA, was Beschaffungs- und Qualifizierungsprozesse erleichtern kann.

Elektrische Architektur und Effizienz

Laut Spezifikation handelt es sich um ein netzgespeistes Schaltnetzteil mit aktiver Leistungsfaktorkorrektur (PFC), ausgelegt nach ATX12V v2.4 und EPS12V v2.92-kompatibel.

Die Spannungen +5 V und +3,3 V werden über eine DC/DC-Wandlung aus der +12-V-Schiene erzeugt. Diese Architektur ist bei modernen Netzteilen üblich, um eine stabilere Spannungsregelung bei wechselnden Lastprofilen zu unterstützen.

Die Effizienz ist mit 82/85/82 als Zielwerte für Leicht-, Typ- und Volllast angegeben. Das Standby-Verhalten orientiert sich an ErP-2013-Vorgaben, was insbesondere für Systeme relevant ist, die häufig in Teillast- oder Standby-Zuständen betrieben werden.

Auf der Eingangsseite unterstützt das Netzteil einen weiten AC-Eingangsbereich und weist bei Volllast einen hohen Leistungsfaktor auf – ein Aspekt, der in Anlagen mit mehreren Verbrauchern relevant sein kann.

Ausgangsschienen und Signalqualität

Das FSP350-50SAC stellt folgende ATX-typische Ausgangsschienen bereit:

  • +3,3 V
  • +5 V
  • +12 V
  • −12 V
  • +5 VSB

Die Spezifikation definiert kombinierte Lastgrenzen, etwa für +3,3 V und +5 V, sowie eine leistungsfähige +12-V-Schiene für CPU-, GPU-, Motor- oder Lüfterlasten.

Für die Signalqualität sind Grenzwerte für Restwelligkeit und Rauschspannung angegeben (Messung am Lastanschluss mit definiertem kapazitivem Aufbau):

  • 50 mVpp auf +3,3 V, +5 V und +5 VSB
  • 120 mVpp auf +12 V und −12 V

Diese Werte sind insbesondere für Systeme mit schnellen Speichern, Kommunikationsmodulen oder empfindlicher I/O relevant.

Schutzfunktionen

Für den Einsatz in industriellen und gewerblichen Umgebungen sind folgende Schutzmechanismen implementiert:

  • Überspannungsschutz (OVP)
  • Überstromschutz (OCP)
  • Kurzschlussschutz (SCP)
  • Überlastschutz (OPP)

Bei Kurzschluss ist eine verriegelnde Abschaltung spezifiziert. Eine Abschaltung bei Überlast erfolgt, wenn die Gesamtleistung den vorgesehenen Arbeitsbereich überschreitet. Ziel ist es, die Auswirkungen von Verdrahtungs- oder Lastfehlern zu begrenzen.

Thermik, Akustik und Umgebungsbedingungen

Die Kühlung erfolgt über einen integrierten 80-mm-Lüfter, der aus der internen 12-V-Versorgung gespeist wird. Geräuschwerte sind für definierte Lastpunkte dokumentiert.

Der zulässige Temperaturbereich ist spezifiziert mit:

  • Betrieb: +0 °C bis +40 °C
  • Lagerung: −20 °C bis +70 °C

Diese Bereiche sind typisch für Industrie-PCs, Edge-Systeme und Schaltschranklösungen mit ausreichender Belüftung.

Zuverlässigkeit und Zeitparameter

Die Spezifikation nennt eine MTBF von über 100.000 Stunden, berechnet nach MIL-HDBK-217 bei Volllast und 25 °C Umgebungstemperatur. Dies dient als Planungskennwert für Anwendungen mit kontinuierlichem Betrieb.

Darüber hinaus sind Power-Good-Signalzeiten sowie die Überbrückungszeit (Hold-up-Time) definiert. Diese Angaben unterstützen Systementwickler bei der Validierung von Start- und Netzausfallverhalten.

Mechanische Zeichnung und Kabelbaum-Diagramm des FSP350-50SAC mit Abmessungen, Luftstromrichtung, Pinbelegung der Stecker und Leitungsführung für die Integration.

Typische Einsatzbereiche

  • Kompakte Industrie-PCs und Embedded-Controller
  • Kleine Workstations oder Edge-Systeme mit begrenztem Bauraum
  • Netzwerk-Appliances und Systeme mit Dauerbetrieb und Standby-Phasen

Angebot oder Integrationssupport

TPS Elektronik unterstützt bei Auswahl, Dokumentation und Beschaffung des FSP350-50SAC. Ergänzend sind Hinweise zu Verkabelung, Luftführung und Schutzfunktionen im Rahmen der Systemvalidierung möglich.

FAQ

Ist das FSP350-50SAC mit ATX- und EPS-Mainboards kompatibel?
Ja. Es ist als ATX12V v2.4-Netzteil mit EPS12V v2.92-Kompatibilität spezifiziert.

Was bedeutet aktive PFC?
Aktive PFC verbessert den Leistungsfaktor und reduziert Verzerrungen des Eingangsstroms, was insbesondere in Anlagen mit mehreren Verbrauchern relevant ist.

Welche Effizienz ist angegeben?
Die Spezifikation nennt Effizienzzielwerte von 82/85/82 für Leicht-, Typ- und Volllast.

Ist das Netzteil für niedrige Standby-Leistungen ausgelegt?
Es ist als ErP-2013-konform positioniert und damit für Systeme mit Standby-Betrieb vorgesehen.

Welche Schutzfunktionen sind enthalten?
OVP, OCP, SCP und OPP sind implementiert.

Eignet sich das Netzteil für den 24/7-Betrieb?
Auf Basis der angegebenen MTBF-Kennwerte ist es für Anwendungen mit kontinuierlichem Betrieb ausgelegt.

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