EMS-Kabelbaugruppen: Faseroptische Kabelbaugruppen, Steckverbinder-Typen und Terminierungsqualität

4 Min Lesezeit
Geschrieben von
Lily Li
Veröffentlicht am
13. Januar 2026

Wichtige Erkenntnisse

  • Erfolgreiche EMS-Kabelbaugruppen basieren auf klaren Spezifikationen für Glasfaser-Steckverbindertypen und Terminierungsarten, da diese Leistung, Kosten und Lieferzeiten maßgeblich beeinflussen.
  • Die Kenntnis gängiger Steckverbindertypen (LC, SC, FC, ST, MPO/MTP) unterstützt die Kompatibilität mit aktiven Komponenten und vereinfacht die Beschaffung.
  • Eine durchgängige Dokumentation – „Glasfaserkabel und Steckverbinder“ eindeutig in der Stückliste ausgewiesen – reduziert Nacharbeit und beschleunigt die Freigabe produktionsreifer Kabelbaugruppen.
  • Für typische Anforderungen wie LC-LC- oder SC-zu-LC-Verbindungen sollten stets Fasertyp (OS2, OM3, OM4, OM5), Politur (UPC oder APC) und Länge spezifiziert werden.
  • Begriffe wie „FO-Kabel“ oder „OFC-Stecker“, die häufig in Einkaufsunterlagen verwendet werden, sollten frühzeitig geklärt und eindeutig als Glasfaserlösungen definiert werden.
  • Werksseitige IL/RL-Messungen, Endflächeninspektionen und eine serielle Rückverfolgbarkeit sind zentrale Voraussetzungen für einen zuverlässigen Einsatz.

Von Rechenzentren bis hin zu medizinischen Bildgebungssystemen beeinflusst die Qualität von Glasfaserkabelbaugruppen Signalmargen, Verfügbarkeit und Wartungsfreundlichkeit. Dieser Leitfaden zeigt, wie EMS-Anbieter Glasfaserkabel und Steckverbinder spezifizieren, geeignete Steckverbindertypen auswählen und wie Terminierungsarten die optische Performance im Einsatz beeinflussen.

Aufbau einer Glasfaserkabelbaugruppe

Eine produktionsreife Glasfaserkabelbaugruppe kombiniert die passende Faserklasse – OS2 für größere Übertragungsdistanzen oder OM3/OM4/OM5 für kurze Multimode-Strecken – mit kompatiblen Steckverbindertypen an beiden Enden.

Dokumentiert werden unter anderem Polarität, Mantelmaterial, Kennzeichnung und Prüfdaten. Klare Stücklistenangaben wie:

Glasfaserkabel und Steckverbinder: LC-Duplex, OS2, 2,0 mm Mantel, UPC-Politur, 10 m

helfen, Missverständnisse zu vermeiden und unterstützen eine effiziente Fertigung und Prüfung.

Häufig verwendete Glasfaser-Steckverbindertypen

  • LC – Kompakter Steckverbinder mit 1,25-mm-Ferrule; weit verbreitet in hochdichten Patchfeldern und Transceiver-Schnittstellen.
  • SC – Steckverbinder mit 2,5-mm-Ferrule und Push-Pull-Verriegelung; häufig in Enterprise-Netzen und FTTH-Anwendungen. Die Politur (UPC oder APC) sollte stets spezifiziert werden.
  • MPO/MTP – Mehrfaser-Steckverbinder für Paralleloptiken, Trunk-Kabel und Leaf-Spine-Architekturen; Polarität (A/B/C) und Keying sind eindeutig festzulegen.
  • FC / ST – Schraub- (FC) bzw. Bajonett-Steckverbinder (ST), vor allem in Bestandsanlagen, Laboren und industriellen Anwendungen im Einsatz.

Glasfaser-Terminierungsarten

Die Terminierungsart beeinflusst sowohl Einfügedämpfung als auch Rückreflexion:

  • UPC (Ultra Physical Contact) wird häufig für Duplex-Verbindungen mit niedriger Einfügedämpfung eingesetzt.
  • APC (Angled Physical Contact) reduziert Rückreflexionen und wird bevorzugt in PON-, Backbone- oder leistungsstärkeren Anwendungen verwendet.

Zu den gängigen Verfahren zählen Epoxid-und-Politur-Terminierungen, vorpolierte Steckverbinder sowie fusionsgespleißte Pigtails. Jede Variante bringt unterschiedliche Anforderungen an Kosten, Fertigungsaufwand und Servicefreundlichkeit mit sich.

Spezifikationsangaben zur Fehlervermeidung

Zur eindeutigen Definition sollten folgende Punkte klar festgelegt werden:

  • Fasertyp & Klasse: OS2 (Singlemode) oder OM3/OM4/OM5 (Multimode) inklusive Länge und Manteldurchmesser
  • Steckverbinder: Typen an beiden Enden, z. B. LC-LC oder LC-SC
  • Politur & Polarität: UPC oder APC; Duplex-Polarität bzw. MPO-A/B/C
  • Kennzeichnung & Dokumentation: Seriennummern, IL/RL-Messprotokolle, Endflächenbilder
  • Begriffsklärung: Begriffe wie „FO-Kabel“ sind als Glasfaser zu interpretieren und technisch eindeutig zu spezifizieren

Fertigung & Prüfung: Beitrag von EMS zur Zuverlässigkeit

EMS-Kabelbaugruppen erfordern mehr als die reine Steckermontage. Kontrollierte Prozesse berücksichtigen Kabelgeometrie, Zugentlastung und minimalen Biegeradius. Endflächen werden inspiziert und optische Messungen dokumentiert, um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen.

Typische Prüfschritte umfassen:

  • Endflächeninspektion und Reinigung nach IEC-Kriterien
  • Einfüge- und Rückflussdämpfungsmessungen pro Faser und Polarität
  • Mechanische Prüfungen wie Zug-, Biege- und Temperaturtests (anwendungsabhängig)
  • Kennzeichnung und optionale QR-Code-Verknüpfung zur Fertigungsdokumentation

Diese Maßnahmen unterstützen eine reibungsarme Inbetriebnahme und reduzieren den Aufwand vor Ort.

Checkliste für Einkäufer

  • Steckverbindertypen an beiden Enden festlegen (z. B. LC-LC oder LC-SC)
  • Politur (UPC/APC), Fasertyp, Länge, Mantel und Zugfestigkeit definieren
  • Zubehör wie Staubkappen, Clips, Etiketten und Routing-Hilfen aufführen
  • IL/RL-Messdaten, Endflächenbilder und Garantiebedingungen anfordern

FAQ

F1. Sind „OFC-Stecker“ und Glasfasersteckverbinder identisch?
In vielen Einkaufsunterlagen ja. Der Begriff wird informell verwendet und sollte im Angebot eindeutig als Glasfasersteckverbinder spezifiziert werden.

F2. Was bedeutet „optischer Stecker SC“ in einer Zeichnung?
Er bezeichnet die SC-Steckverbinderfamilie. Zusätzlich sollten Politur (UPC/APC) sowie Simplex- oder Duplex-Ausführung festgelegt werden.

F3. Können ältere „FO-Kabel“-Teilenummern zugeordnet werden?
Ja. Historische Spezifikationen können auf aktuelle Glasfaserkabelbaugruppen mit dokumentierten IL/RL-Werten abgebildet werden.

F4. Liefern Sie kombinierte Glasfaser-Kits?
Ja. Vorab terminierte Kabelbäume, Pigtails, Patchkabel und Kennzeichnungen können als einheitlicher Fertigungsauftrag geliefert werden.

F5. Was ist der schnellste Weg zur Serienfertigung?
Standardisierte Spezifikationen zu Fasertyp, Länge, Mantel, Polarität und Steckverbindern ermöglichen einen zügigen Übergang von Angebot zu Prüfung.

TPS Elektronik fertigt und prüft Glasfaserkabelbaugruppen mit klar definierten Prozessen und dokumentierten Prüfschritten – für eine sichere Beschaffung, effiziente Installation und einen zuverlässigen Betrieb.

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